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Digitalisierung

Bestattersoftware in Deutschland: Marktüberblick 2026

Bestattersoftware ist Branchensoftware für die Auftragsabwicklung im Bestattungswesen: Sterbefallverwaltung, Termine, Dokumente, Trauerdruck, Rechnungsstellung. Der deutsche Markt ist kleinteilig – neben zwei etablierten Anbietern mit vier- bis fünfstelligen Nutzerzahlen existieren mehrere junge Cloud-Lösungen, die seit 2022 dazugekommen sind. Dieser Überblick ordnet die Anbieter ein, die im deutschsprachigen Raum aktiv vertrieben werden.

LuisaAktualisiert am 9 Min. Lesezeit

Der Markt umfasst rund 15 aktiv vertriebene Lösungen

Das Vergleichsportal bestattersoftware.com listet 15 Anbieter für den deutschsprachigen Raum (Stand August 2026). Zwei davon dominieren nach Nutzerzahl: Rapid Data gibt 7.500 Bestatter an, Columba nennt über 1.600 Standorte in Deutschland, Österreich und den Niederlanden.

Zur Einordnung der Größenordnung: In Deutschland bestehen je nach Erhebung rund 5.969 Betriebe (IBISWorld, 2025) bis 6.864 Betriebe (Listflix, Stand 30.06.2026). Die Nutzerangaben der Anbieter beziehen sich teils auf den gesamten deutschsprachigen Raum und teils auf Standorte statt Unternehmen – sie sind untereinander nicht direkt vergleichbar.

Die etablierten Anbieter

Rapid Data (seit 1989) und Columba sind die beiden Anbieter mit der längsten Marktpräsenz und den größten Installationsbasen. Beide decken die vollständige Auftragsabwicklung ab und haben ihre Produkte inzwischen um Gedenkportale und Cloud-Komponenten erweitert.

ProduktAnbieterEigene Angabe zur Verbreitung
PowerOrdoRapid Data7.500 Bestatter, am Markt seit 1989
ColumbaColumba (Marke der Rapid Data)über 1.600 Standorte DE/AT/NL
SDSSDS Software GmbHDesktop-Plattform, keine Angabe
Etablierte Anbieter nach eigenen Angaben

Bemerkenswert für die Marktstruktur: Columba führt im Logo den Zusatz „Eine Marke der Rapid Data“. Wer beide Systeme als unabhängige Alternativen vergleicht, vergleicht zwei Produkte desselben Hauses.

Die jüngeren Cloud-Anbieter

Seit etwa 2022 sind mehrere cloudbasierte Lösungen hinzugekommen, die sich an kleine und mittlere Betriebe richten. Der gemeinsame Nenner ist Zugriff ohne lokale Installation, Mobilnutzung im Außendienst und Kundenportale für Angehörige.

ProduktAnbieterSchwerpunkt laut Anbieter
Pacemo FlowPacemo GmbHSterbefallverwaltung, Gedenkportal, Trauerdruck
CleverOneClever One GmbHCloud-Komplettlösung, Kundenportal, Disposition
BestatterPortalKollenhof GmbHKundenportal, Trauerdruck-Freigabe
Memorionaltovate GmbHAusweis-Scan, integrierter Trauerdruck-Editor
NagoriNagoriCloud-Lösung für kleine und mittlere Betriebe
Ruhe SanftRuhe Sanft Bestattungssoftware GmbHDesktop, Warenverwaltung
meinOnlineBüromeinOnlineBüro GmbHadministrative Aufgaben, Sterbefall-Erfassung
Bestattungs.Apprxm solutions GbRAufgabenverwaltung, QR-Code-Verarbeitung
Trauerdruck AppXenoage Softwarespezialisiert auf Trauerkarten
AlamidaAlamidakostenlose Sterbefallverwaltung, Formulare
Weitere aktiv vertriebene Lösungen

Worauf es bei der Auswahl praktisch ankommt

Der Funktionsumfang der Anbieter überschneidet sich stark. Die Unterschiede, die im Alltag zählen, liegen woanders: Datenhoheit, Schnittstellen, Mobilnutzung und die Frage, wie Daten wieder herauskommen, wenn das System gewechselt wird.

  1. 01Datenexport: Lässt sich der gesamte Bestand strukturiert exportieren? Diese Frage vor Vertragsschluss stellen, nicht danach.
  2. 02Schnittstellen: Existiert eine dokumentierte API oder nur Import/Export per Datei? Davon hängt ab, ob Telefonie, Kalender und Buchhaltung anbindbar sind.
  3. 03Mobilnutzung: Wird im Außendienst tatsächlich mobil erfasst oder nachträglich abgetippt?
  4. 04Serverstandort und Auftragsverarbeitung: Bei Cloud-Lösungen vertraglich klären – im Bestattungswesen werden besonders sensible Daten verarbeitet.
  5. 05Betriebsgröße: Desktop-Systeme mit Warenwirtschaft passen zu größeren Häusern, schlanke Cloud-Lösungen zu Ein- bis Zwei-Personen-Betrieben.
Die Frage nach dem Datenexport wird fast immer erst gestellt, wenn der Wechsel bereits ansteht. Zu diesem Zeitpunkt ist sie eine Verhandlungsposition weniger wert.
Beobachtung aus Einrichtungsgesprächen

Wo die Telefonie in dieses Bild passt

Keine der genannten Lösungen nimmt Anrufe entgegen. Bestattersoftware verwaltet den Fall ab dem Moment, in dem er erfasst ist – der Weg dorthin führt in aller Regel über ein Telefonat, das jemand annehmen muss.

Das erklärt, warum Erreichbarkeit und Software zwei getrennte Themen sind, die häufig vermischt werden. Ein Kundenportal reduziert Rückfragen im laufenden Fall; es ersetzt nicht die Person, die den ersten Anruf um drei Uhr nachts annimmt.

Für die Bewertung einer Telefonielösung ist deshalb entscheidend, ob die erfassten Angaben strukturiert in der vorhandenen Software landen oder ob sie erneut eingetippt werden müssen. Das hängt an den Schnittstellen der Bestattersoftware – nicht an der Telefonie.

Häufige Fragen

Luisa, Gründerin

LuisaGründerin

Gründerin von Frieda. Arbeitet seit der Gründung täglich mit Bestattungsunternehmen an der Frage, wie Erreichbarkeit organisiert werden kann, ohne dass ein Team dauerhaft am Privathandy hängt.

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